Beikost. Ein weiterer Meilenstein für jede Mama. Es heißt Beikost, weil es noch eine ganze Zeit nur den Milchmahlzeiten beigefüttert wird. Es gibt eine offizielle Empfehlung der WHO:

Früheste Einführung: nach vollendetem 4. Monat

Späteste Einführung: nach vollendetem 6. Monat

Hier mal eine von mir erstellte Übersicht:

beikostplan

Der Start


Am Anfang wirst du merken, dass es für dein Kind sehr schwierig ist, den Brei zu essen. bereite ihn so suppig wie möglich zu und sei nicht frustriert, wenn es nicht richtig klappt. Das ist ganz normal. 2, 3 Löffel Brei, und wenn es nicht mehr geht, dann eben Milch.

Wir beginnen mit einem Gemüse-Kartoffelbrei im Verhältnis 2:1. Gemüse für die erste Zeit sollte sein: Kürbis, Zucchini, Pastinake, Fenchel, Karotte Diese sind am besten verträglich. Füttere am besten ein paar Tage dasselbe Gemüse, um die Verträglichkeit zu testen. Wenn alles gut klappt, kann nach einer Woche auf 190 Gramm Brei 1 Esslöffel Pflanzenfett (z.B. Rapsöl) gegeben werden und dann, 1-2 Tage später zum richtigen Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei übergegangen werden.

Rezept:

90-100 g Gemüse

40-60 g Kartoffel

20-30 g mageres Fleisch

30-45 g Vitamin C Beigabe (Obstsaft oder -Püree)

Kochen und Pürieren

Anschließend 2 EL Öl (Rapsöl z.B.)

 

Man kann den Brei wunderbar in Eiswürfelformen einfrieren. Wir haben das immer so gemacht, dass wir verschiedene Gemüse-Kartoffelbreie eingefroren haben und da dann Fleisch, Apfelsaft und Öl beigemischt haben. Im Kühlschrank hält sich der Gemüse-Kartoffel-Fleisch Brei einen Tag, das heißt, du kannst ruhig 2 Portionen machen und die an zwei aufeinanderfolgenden Tagen füttern.

 

Der 2. Breimonat: Eine neue Mahlzeit kommt hinzu

Der Milch-Getreidebrei kann entweder Abends oder Nachmittags gefüttert werden. Abends macht in sofern Sinn, dass das Eisen aus dem Mittagsbrei durch die Milch schlechter aufgenommen werden kann und deswegen die beiden Mahlzeiten möglichst weit auseinander liegen sollten.

Rezept:

20 g Vollkorngetreide (muss gemahlen werden!), Vollkornflocken oder Vollkorngrieß

20 g Obst, Saft oder Püree

200 ml frische Vollmilch

Milch und Vollkorngetreide 6-8 Minuten garen, anschließend die Fruchtzugabe beirühren.

Es gibt hier sehr viel Auswahl an Instant-Flocken von verschiedenen Herstellern. Das ist in der Zubereitung einfacher, aber eben auch sehr oft mit Zusätzen. Achte auf der zutatenliste darauf, dass in dem Brei möglichst nur Vitamin b zugesetzt ist. Vor allem bei Milch-Getreidebreien, die mit Wasser angerührt werden! Dort ist oft riesengroß „Ohne Zucker!“ aufgedruckt,  es ist aber Folgemilch enthalten. Folgemilch enthältt natürlich Zucker.

Generell solltest du bei Aufschriften wie „Gut sättigend“ oder „Stracciatella-Vanille-Guten-Abend-Keks-Brei – ohne künstliche Zusätze“ stutzig werden.

Grundsätzlich muss natürlich jeder selbst wissen, was er seinem Kind gibt und ja, die Nahrungsmittel für Babys werden aufs Genaueste getestet.

Aber es ist einfach nicht in der Natur vorgesehen und auch nicht nötig, dass ein Kind im ersten Jahr schon Zucker bekommt, egal ob er auf der Verpackung als Glucose oder als Stärke benannt ist.  Je weniger Zutaten auf den Verpackungen stehen, desto natürlicher ist das Produkt. Wer, wie ich zu, vielleicht auch ein bisschen zur Basis der Lebensmittel zurückkommen möchte, nimmt gar keine Babybreie, sondern einfach Vollkornflocken ohne Zusätze (gibts dann eben in der Bio- und nicht in der Babyabteilung, ist aber eben nicht teurer – im Gegenteil!), selbst püriertes Obst und frische Vollmilch. Ja! Es wird mittlerweile Kuhmilch empfohlen. Meine Hebamme hat uns allerdings geraten, mit PRE anzumischen, wenn wir noch keine Kuhmilch für unsere Kinder möchten.

Mittlerweile mache ich auch nicht mehr alles selbst. Mein Baby ist 1 Jahr alt und bekommt nun bei den Zwischenmahlzeiten auch schonmal ein Gläschen. Hierfür habe ich so ziemlich alle Babygläschen verglichen und bin, was den Preis und den Inhalt angeht, von der DM – Biomarke überzeugt. Darin ist tatsächlich nur das, was ich auch in den Brei gemischt habe, es schmeckt meinem Kind aus irgendeinem mir unerklärlichem Grund aber besser.

 

Wer soweit nicht gehen möchte, kann aber auch Bio-Fruchtmus kaufem und das dem aufgekochten Getreide beimischen. Ist einfacher als Obst zu pürieren, aber noch mal näher an der Natur als ein fertiges Gläschen.

Der dritte Breimonat: Die Zwischenmahlzeit

DerGetreide-Obstbrei als Zwischenmahlzeit funktioniert ähnlich wie der letzte beschriebene Brei, nur eben ohne Milch. Wir geben diesen Brei auch schonmal Mittags, wenn wir am späten Nachmittag zusammen warm essen möchten.

Rezept:

20 g Vollkorngetreide, Vollkornflocken oder Vollkorngrieß

100 g Obst

90 g Wasser

5 g Raps- oder Beikostöl

Es eignet sich, wie auch bei dem Vollmilch-Getreidebrei hervorragend TL-Obst. Schockgefroren sind hier noch viele Vitamine erhalten und Portionierung, sowie Lagerung sind sehr viel einfacher. Übrigens! Beeren sind sehr gut verdaulich und für den Anfang hervorragend geeignet.

Im 6.-8. Beikostmonat, also mit 9-10 Monaten, kann dein Kind schon das erste Frühstücksbrot bekommen. Aufstriche sind für den Anfang: Bananenmatsch, Bio Fleisch- oder Gemüsebreie, Apfelmus, Avokado oder auch einfach nur Butter. Man kann dann immer „mutiger“ mit der Zeit werden – aber, es ist wohl jedem klar, dass der Frischkäse vor der Leberwurst ausprobiert werden sollte.

Grundsätzlich sind das Richtlinien, die ich vom Beikostseminar auf Basis der aktuellen Vorgaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bekommen habe. Dass diese Richtlinien dehnbar und auf jedes Kind individuell anpassbar sind, zeigt schon alleine, dass sich diese Vorgaben alle paar Jahre ändern. Mal wird Fisch empfohlen, mal nicht, die Einstellung zur Kuhmilch hat sich in den letzten Jahren geändert und letztendlich ist auch einfach jedes Kind anders. Die Beikostreife kommt nicht mit den Monaten, sondern mit der Reife. Man merkt, ob ein Kind Lust am Essen bekommt und darf kein Kind zum essen zwingen, nur weil der 6. Monat rum ist.

Ein paar Hebammentipps möchte ich euch zuletzt nicht vorenthalten:

Rezept: Dinkelstangen für Zwischendurch

1 Banane

1 geriebener Apfel

60 ml Rapsöl

250 g Dinkelmehl

25 Minuten bei 200°C im Backofen

 

  • Als Getränk nur Wasser anbieten! Wasser ist erst ab 3 ersetzten Mahlzeiten nötig
  • Wenn kein Fleisch gegeben wird, muss die Eisenzufuhr über Getreide gegeben sein, das heißt, ab dem 7. Monat Getreide in den Gemüsebrei und helles Mandelmuß in den Abend- und Nachmittagsbrei
  • Wir geben auf Hebammenrat nur 3 mal die Woche Fleisch. Empfohlen ist es täglich, deswegen nenne ich das hier als Erfahrung und nicht als Rat.
  • Im ersten Jahr kein Honig, kein Zucker (nur durch Früchte), kein Salz
  • Bei Fertigprodukten die Zutatenliste immer lesen, auf Produkte mit Folgemilch, Zuckerstoffe wie Maltodextin, Aromen oder übermäßige Vitaminzusätze (außer Vitamin B 12) verzichten

Dies sind meine persönlichen Erfahrungen, die zum einen natürlich auf den aktuellen Vorgaben, zum Anderen auf meiner Einstellung beruhen. Wenn ihr vollkommen neutrale Werte dazu haben möchtet, schaut doch gerne hier:

http://www.fke-do.de/

oder auch hier

http://www.bzfe.de/

 

 

 

 

 

 

3 Antworten auf „Eine Übersicht zur Beikosteinführung

  1. Also, wie gesagt, das ganze beruht auch auf meinen Ansichten und Erfahrungen. Das ist schon bildlich gemeint, ich hätte auch „Salami“ oder „Nutella“ schreiben können. Ich meine halt damit, dass man mit leicht bekömmlichen, wenig gewürzten Aufstrichen beginnt und Leberwurst ist eben durch das Pökelsalz extrem würzig und wenn man sie nicht gerade vom Bio-Bauernhof holt, auch ne ganz schöne Pampe aus allem möglichen, wie Innereien und sehr viel Fett. Auch das ist natürlich aber Ansichtssache. Vielleicht etwas zu „grundsätzlich“ formuliert, geb ich zu.

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