„Mafiamütter“, „Mutticlub“, „Lästermutti“. Bei meinen Recherchen zum Thema „Mütter, die urteilen“ habe ich ganz fürchterliche Geschichten gefunden. Ganz viele Mamas haben schon diesen Moment erlebt, in dem man sich selbst und alles was man tut in Frage stellt, nur aufgrund der Aussage anderer Mütter. Es gibt Mütter, die sich schlecht fühlen, weil sie nicht stillen können oder wollen. Mütter, die Angst vor den Reaktionen haben, wenn ihr Kind reflexartig nach ihr haut, wenn es etwas nicht möchte – Nein, das heißt nämlich eben NICHT, dass das Kind zu Hause gehauen wird! Mütter, die nicht mehr zur Krabbelgruppe gehen, weil sie sich in dieser Runde von anderen Müttern nicht wohlfühlen.

Woher kommt das? Woher kommt dieses Phänomen der Mafiamütter?

Ich habe mich etwas damit beschäftigt und bin zu folgender Erklärung gekommen: Wenn Mütter sehen, dass etwas anders gehandhabt wird, als bei ihr selbst, bekommt sie sofort das Gefühl, ihre Vorgehensweise rechtfertigen zu müssen. Und da selbstverständlich nicht beides geht,  schreien lassen und nicht schreien lassen – jetzt mal ganz überspitzt gesagt, muss das andere schlecht sein.

Geurteilt wird von zwischen den Generation, weil sich eben vieles Aufgrund von offiziellen Richtlinien, Wissenschaftlichen Erkenntnissen und Fortschritten geändert hat. Die Mamas der letzten Generation fühlen sich schlecht, wenn man Ihnen sagt, dass man heute von einem Gehfrei abrät. Und die Mamas von heute fühlen sich schlecht, wenn die Ältere Generation alles besser weiß.

Geurteilt wird innerhalb einer Generation, weil eben jedes Kind anders ist, und somit jede Mutter-Kind Beziehung anders ist. Es gibt keine zwei Mütter, die alles gleich machen, die in jeder Situation auf die gleiche Weise handeln.

Es braucht ganz viel Selbstbewusstsein und Vertrauen in das eigene Handeln, wenn man sich frei von Urteilen über andere Mütter machen möchte. Man muss sich auf seinen Instinkt und sein Bauchgefühl verlassen und sich nicht ständig von irgendwelchen Aussagen und Ansichten verunsichern lassen.

Ich habe noch nie jemanden direkt in seiner Erziehung kritisiert, aber auch ich urteile. Innerlich. Und dann rufe ich mich zur Toleranz auf. Ich sage mir immer wieder „Ich weiß nicht, wie dieses Kind ist. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen würde und ich weiß nicht, ob ich es anders hinbekommen würde.“ Das geprägte Bild kann man nicht ändern, es liegt in unserer Natur, Dinge zu beurteilen. Aber wir müssen uns dennoch zur Toleranz aufrufen. Es steht uns nicht zu, andere Erziehungsmethoden, andere Handlungsweisen zu kritisieren, es sei denn, es ginge sonst um unterlassene Hilfeleistung.  In jedem anderen Fall ist das eben ein Schritt zu viel. Wir wollen das schließlich für uns auch nicht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s