Ich kann dir nur den Rat geben, keinen Countdown der Geburt für die Außenwelt zu stellen. Meine Hebamme hat mir sogar geraten, einen späteren Geburtstermin bekanntzugeben, damit man erstmal in aller Ruhe, ohne Besuch, zu Hause ankommen kann. Besuch ist nämlich keine Unterstützung.

ijojpokjpo

Ich sage dir, wie es sein wird:

Etwa um den dritten Tag kommt der Milcheinschuss. Eventuell wird dein Kind durch die Vormilch nicht mehr richtig satt und ist unruhig. Wenn der Milcheinschuss dann kommt, ist das nicht immer wie im Fernsehen. Es könnte sein, dass die Stillbeziehung nicht auf Anhieb reibungslos verläuft und dann staut sich die Milch, du weißt nicht wohin damit und dein Kind weint vor Hunger. Alles tut dir noch weh, aber das merkst du erst in Momenten der Ruhe, denn alles verläuft noch unreal und wie in Trance. Du vergisst dich auch oft selbst in diesem Rausch, weswegen deine Haare fettig sind, dir schon so schlecht vor Hunger ist, dass du nichts essen kannst und die Wohnung, die du in den letzten Tagen vor der Geburt so schön aufgeräumt und geputzt hattest, gleicht mitterweile auch einem Schlachtfeld. Im Bad liegen diese riesen Windeln (ja, die sind für dich!) herum und eventuell plagt dich der Babyblues oder dein Partner, der nicht die Rücksicht auf dich nimmt, die du gerne erfahren hättest. Wenn sich dann Hinz und Kunz die Klinke in die Hand drücken, um alle dein Neugeborenes mal im Arm zu halten und natürlich Getränke angeboten zu bekommen und alle die Geschichte der Geburt hören wollen und du zum 100000 Mal die Frage „Wie gehts dir?“ beantworten musst, ist das einfach unnötig.

Das alles hört sich fürchterlich an, ist es aber nicht!

Es ist die schönste und aufregendste Zeit überhaupt – aber eben auch anstrengend und viel auf einmal. Du brauchst Zeit, die Eindrücke und Gefühle wahrzunehmen und mit dir selbst, deinem Baby und euch als Familie warmzuwerden, denn alles fühlt sich auf einmal anders an.

 

IMG_0993

Es kann sehr helfen, eine Wochenbettbetreuung in Anspruch zu nehmen. Hebammen haben ein Händchen für die Gefühle einer frischen Mutter und bleiben nur so lange wie nötig, beantworten alle Fragen und wollen auch nicht zur Tür hinausbegleitet werden. Sie kann dir Unterstützug bei Stillproblemen geben und schaut sich, wenn es nötig ist, deine Verletzungen an. Es ist eine enorme Unterstützung, wenn die Hebamme anfangs regelmäßig kommt und es steht dir zu. Die Krankenkassen zahlen diesen Service.

Ich habe allen von vornherein gesagt: „Ich melde mich, wenn ich bereit für Besuch bin!“. Und das war im Nachhinein wirklich eine gute Entscheidung.
IMG_1009

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s