Ich glaube es war der 4. Tag nach der Geburt. Elisa war lieb, mein Freund hatte noch Urlaub, der erste Besuchersturm war abgeklungen, die Hebamme kam noch jeden Tag, die ganze Wohnung war voll mit schönen Geschenken, aber dennoch aufgeräumt und sauber…

…und ich habe Rotz und Wasser geheult.

Den ganzen Tag! Mal aus heiterem Himmel, mal durch einzelne Sätze, die mich in meinem Hormonchaos einfach getroffen haben.

„Sie hat Hunger!“ kann einem „Du bist die schlechteste Mutter der Welt!“ gleichkommen, wenn du Probleme mit dem Stillen hast. Ja, der Milcheinschuss ließ bei mir auf sich warten, sicher einer der großen Gründe, warum der Babyblues bei mir mit voller Wucht zugeschlagen hat. Aber auch abgesehen davon ging es mir nicht gut. Mir war einfach alles zu viel. Und dann kommt der gut gemeinte Satz: „Wenn sie dir zu viel wird, nehme ich sie dir gerne ab!“ – NEIN!!!! Mir wird alles andere zuviel: die 40 Whatsappnachrichren, die ich noch nicht beantwortet habe; die Leute, die meinen, alles besser zu wissen; der Wochenfluss; die Schmerzen; mein Freund, der sich die Verletzungen nicht vorstellen kann und sich nicht haargenau so verhält, wie ich es gerne hätte; der Schlafmangel und der Blick in den Spiegel und Leute, die mir sagen, dass sie mir mein Kind abnehmen können! Aber mein Kind ist mir niemals zuviel.

Was denken sich die Menschen, die so etwas sagen? Gar nichts! Niemand kann verstehen, dass man mit einem gesunden, wundervollen Kind in der Kuschelzeit aus dem Nichts Heulkrämpfe kriegt und sich nicht mehr beruhigen kann. Niemand hat Verständnis, dass man nicht einfach rundum glücklich ist. Nur Mamas, die das erlebt haben. Und Hebammen!

Meine Hebamme sagt, das kommt vom Hormonabfall. Neun Monate voll mit Endorphinen und dann auf einen Schlag nichts mehr.

Ich habe das Thema bei den Mädels aus meinem Geburtsvorbereitungskurs angesprochen und genau um den 4. Tag herum war das bei den Meisten so. Bei den einen mehr, bei den anderen weniger. Das ganze dauerte so eine Woche aber so richtig erinnere ich mich nur an den 4. Tag. Ein Tag, auf den ich leider nicht vorbereitet war. Und mein Freund ebenfalls nicht.

 

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