Alle vier Wochen steht ein neuer Termin beim Frauenarzt an. Je nachdem, wie nett der Arzt ist, bekommt man auch jedes Mal ein Ultraschallbild. Ansonsten gibt es ja noch die Handykamera, mit der man ein Bild machen kann, wenn man lieb fragt.

Die Krankenkasse zahlt aber eigentlich nur drei große Ultraschalluntersuchungen. In jedem Trimester eine. Mein Frauenarzt hatte mir zu Beginn der Schwangerschaft einen Zettel mitgegeben, auf dem die möglichen Zusatzuntersuchungen samt Preisen aufgelistet sind.

Da dies meine erste Schwangerschaft war, hätte ich natürlich am liebsten alle Untersuchungen mitgenommen, aber dies ist erstens ziemlich teuer und zweitens laut meiner Recherche im Internet auch unnötig.

Die zusätzlichen Ultraschallpakete mal beiseite gelassen, haben sich bei meiner Auseinandersetzung mit dem Thema folgende Untersuchungen als sinnvoll herausgestellt:

 

Untersuchung auf Toxoplasmose

Die Toxoplasmose ist eine durch den Parasiten hervorgerufene Infektionskrankheit, die für Erwachsene meistens harmlos ist. Die Ansteckung erfolgt meistens durch Kontakt mit Katzen (Katzenkot) oder durch den Genuss von ungenügend erhitztem oder rohem Fleisch, sowie ungewaschenem Obst, Gemüse und Salat. Es handelt sich um einen Bluttest.
Bei diesem Test ist es gut, wenn er positiv ausfällt, denn hat man sich im Laufe seines Lebens einmal mit Toxoplasmose infiziert, besteht keine Gefahr mehr, sich während der Schwangerschaft damit zu infizieren.
Wenn Frauen sich während der Schwangerschaft damit anstecken, besteht die Gefahr, dass das Kind Entzündungen bekommt, die in besonders schweren Fällen Fehlbildungen des frühkindlichen Nervensystems, sowie geistige und körperliche Behinderungen verursachen  können.
Auch wenn die Krankheit selten ist und nicht alle Kinder bei einer in der Schwangerschaft infizierten Toxoplasmose Schäden von sich tragen, werde ich diesen Test machen, er kostet nämlich nur 16 Euro und sicher ist sicher.

 

Untersuchung auf Zytomegalie

Ähnlich wie bei der Toxoplasmose ist es bei der Zytomegalie gut, wenn man schon einmal daran erkrankt war. Etwa die Hälfte aller Frauen im gebährfähigen Alter hatte diese Krankheit im Laufe ihres Lebens in Form einer leichten Grippe und ist anschließend lebenslang immun dagegen. Die Krankheit wird, ähnlich wie Herpes, über Körperflüssigkeiten übertragen. Erkrankt man daran in der Schwangerschaft, kann es bei dem Fötus zu einer Reihe von Krankheitszeichen, Fehlbildungen, im schlimmsten Fall sogar zur Fehlgeburt kommen. Laut einer Studie, die ich fand, haben ein Viertel der schwerhörig geborenen Kindern ihr Hörvermögen aufgrund einer CMV-Infektion in der Schwangerschaft eingebüßt. Sollte der Test negativ ausfallen, sind Maßnahmen zur Ansteckungsvermeidung nötig. Dieser Test kostet bei meinem Frauenarzt ebenfalls 16 Euro.

 

Streptokokkenschnelltest

Streptokokken sind Bakterien, die etwa jede dritte Frau in sich trägt und im Normalfall nicht gefährlich sind. In einer Schwangerschaft ist das aber anders, da bei der Geburt vorsichtshalber Antibiotikum gegeben wird, wenn dieser Test positiv ist. 16 Euro kostet bei uns dieser Schnelltest und das Ergebnis wird dann in den Mutterpass eingetragen.

 

Ersttrimester-Screening mit Nackenfaltenmessung

Jeder muss selbst wissen, ob er die Wahrscheinlichkeit für ein an Down-Syndrom erkranktes Kind wissen möchte. Viele meiner Freundinnen waren entsetzt. „Wie, und was machst du wenn es so ist?“, oder „Du musst dir aber darüber im Klaren sein, was das für dich bedeutet, wenn der Test positiv ist“ sind zum Beispiel Reaktionen, die ich darauf erhielt.

Das Ersttrimesterscreening testet außerdem auf andere grobe Erbkrankheiten und kostet 120€ bei uns. Wir haben den Test durchführen lassen, ein zweites mal würden wir das allerdings nicht machen. Ich habe nämlich durch eine Freundin die Erfahrung machen müssen, dass dieser Test einem auch die halbe Schwangerschaft ruinieren kann. Ihre Werte waren sehr schlecht. Bis man dann Gewissheit hat, dauert es Wochen. Diese Wochen waren wohl mit die schlimmsten ihres Lebens. Der Arzt hat dann außerdem gesagt, dass die Testergebnisse schon durch zu wenig Schlaf oder bestimmte Lebensmittel verfälscht sein kann.  Am Ende war dann doch alles gut. Genau so etwas möchte ich für mich nicht. Aber das muss  jeder für sich selbst entscheiden. In Fällen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit, bei Erkankungen in der Familie oder für Spätgebärende ist der Test sicher gut.

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